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Ge­setz für Maß­nah­men im El­tern­geld aus An­lass der Co­vid-19-Pan­de­mie

Durch die Co­ro­na-Kri­se müs­sen auch vie­le (wer­den­den) El­tern in­fol­ge von Kurz­ar­beit oder Ent­las­sun­gen mit Ein­kom­mens­ver­lus­ten rech­nen. Da­mit sich die­se nicht auf das El­tern­geld aus­wirk­ten, wur­den die Re­ge­lun­gen für das El­tern­geld be­fris­tet an­ge­passt.

Der Bun­des­tag hat be­schlos­sen, Fa­mi­li­en und wer­den­de El­tern, die in­fol­ge der Co­ro­na-Maß­nah­men Ein­kom­mens­ver­lus­te er­lei­den, vor fi­nan­zi­el­len Nach­tei­len beim El­tern­geld zu schüt­zen. Kon­kret heißt das: Zei­ten mit ver­rin­ger­tem Ein­kom­men füh­ren nicht zu ei­ner Ver­min­de­rung des El­tern­gel­des.

Au­ßer­dem än­dern sich die Vor­aus­set­zun­gen für den Part­ner­schafts­bo­nus. Die­ser ist ei­ne zu­sätz­li­che Leis­tung an El­tern, die sich ge­mein­sam die Kin­der er­zie­hen und da­her bei­de in Teil­zeit ar­bei­ten. Muss ei­ner die­ser El­tern­tei­le auf­grund der Co­ro­na-Kri­se mehr oder we­ni­ger ar­bei­ten, bleibt der Part­ner­schafts­bo­nus trotz­dem be­ste­hen.

Lehnt der Ar­beit­ge­ber ei­ne Teil­zeit in der El­tern­zeit ab, kann er sich in ei­nem spä­te­ren Pro­zess nur auf die Ab­leh­nungs­grün­de be­ru­fen, die im Ab­leh­nungs­schrei­ben ge­nannt sind.

Wäh­rend ei­ner El­tern­zeit ha­ben Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer in Be­trie­ben mit mehr als 15 Ar­beit­neh­mern das Recht, in Teil­zeit zu ar­bei­ten.

Die­ser An­spruch auf Teil­zeit in der El­tern­zeit be­steht nur aus­nahms­wei­se nicht, näm­lich wenn drin­gen­de be­trieb­li­che Grün­de ent­ge­gen­ste­hen (§ 15 Abs.7 Satz 1 Nr. 4 Bun­des­el­tern­geld- und El­tern­zeit­ge­setz - BEEG).

In die­sem Fall kann der Ar­beit­ge­ber den El­tern­teil­zeit­an­trag ab­leh­nen, muss das aber schrift­lich be­grün­den. In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, dass und war­um sich der Ar­beit­ge­ber bei die­ser Be­grün­dung Mü­he ge­ben soll­te.

Denn wenn in ei­nem spä­te­ren Pro­zess über den An­spruch auf El­tern­teil­zeit ge­strit­ten wird, kann sich der Ar­beit­ge­ber nur auf Ab­leh­nungs­grün­de be­ru­fen, die er be­reits in sei­nem Ab­leh­nungs­schrei­ben ge­nannt hat: BAG, Ur­teil vom 11.12.2018, 9 AZR 298/18.